Chat with us, powered by LiveChat
[Wildtiere auf Baustellen:] Ein unterschätztes Risiko – und wie Baulogistik hilft

Wildtiere auf Baustellen: Ein unterschätztes Risiko – und wie Baulogistik hilft

Verdichtete Städte, begrenzter Raum und immer komplexere Bauprojekte verändern nicht nur die Anforderungen an Bauvorhaben, sondern auch an deren Umfeld. Oft unterschätzt: Gerade innerstädtische Baustellen werden zunehmend zu temporären Lebensräumen für Tiere.

Ein unterschätzter Einflussfaktor im Bauablauf

Tauben, Ratten, Füchse oder in Einzelfällen sogar Wildschweine finden auf Baustellen vor allem dort günstige Bedingungen vor, wo Ordnung und klare Abläufe fehlen. Dazu zählen unter anderem: 

  • eine nicht konsequent organisierte Entsorgungslogistik,
  • ungenutzte oder schlecht kontrollierte Flächen
  • und eine mangelnde Abstimmung zwischen den Gewerken.

Tieraktivitäten sind deshalb weit mehr als ein Randthema. Sie können den Baustellenbetrieb unmittelbar beeinflussen und aufzeigen, dass organisatorische Abläufe verbessert werden sollten. Verunreinigungen, beschädigte Materialien, zusätzlicher Abstimmungsbedarf mit Behörden oder im Extremfall auch Einschränkungen im Bauablauf durch artenschutzrechtliche Vorgaben sind nur einige Beispiele. 

In der Praxis beginnt dies oft unscheinbar. Meist sind es zunächst Vögel wie Krähen oder Raben, die auf der Suche nach Nahrung offene Müllsäcke, ungesicherte Container oder Essensreste entdecken. Werden solche Nahrungsquellen nicht konsequent beseitigt, folgen später häufig Nager und schließlich deren natürliche Fressfeinde wie Füchse. So kann aus einer kleinen Unachtsamkeit schnell ein größeres organisatorisches und hygienisches Problem werden.

Was tun bei Tieraktivitäten auf der Baustelle? 
Werden Tiere oder entsprechende Hinweise festgestellt, ist eine strukturierte Herangehensweise entscheidend. Dazu gehören folgende Schritte:

  • Information der Bauleitung bzw. des Bauherrn
  • zuständige Behörden oder Fachstellen einschalten
  • besondere Rücksicht bei Jungtieren und während sensibler Phasen
  • Einsatz technischer Hilfsmittel ausschließlich durch Fachkräfte
  • keine eigenständigen Maßnahmen wie Verjagen oder Einfangen 

Folgendes Praxisbeispiel zeigt, wie wichtig ein vorausschauender Umgang mit solchen Situationen ist: bei der Errichtung eines Bürokomplexes in der Münchner Innenstadt wurden während der Bau-ausführung Füchse auf dem Baufeld festgestellt. Bevor ein Doppelboden geschlossen werden konnte, musste zunächst sichergestellt werden, dass die Tiere den betroffenen Bereich verlassen haben. Dank der engen Abstimmung aller Beteiligten und einer angepassten Bauablaufplanung musste der Schließtermin des Doppelbodens lediglich um zwei Tage verschoben werden. Das Beispiel verdeutlicht, dass Tieraktivitäten nicht zwangsläufig zu größeren Verzögerungen führen müssen – vorausgesetzt, sie werden frühzeitig erkannt und professionell koordiniert.

Vorbeugen statt eingreifen
Das richtige Vorgehen im Ernstfall ist jedoch nur ein Teil der Lösung. Entscheidend ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Tieraktivitäten bereits im Vorfeld verhindern. Folgende Ansätze haben sich hierbei bewährt:

  • eine konsequente Entsorgungslogistik mit geschlossenen Behältern
  • klare Regelungen für den Umgang mit Siedlungsabfällen
  • die regelmäßige Reinigung und Kontrolle der Baustelle
  • das Sichern von Zugängen und potenziellen Rückzugsorten
  • die Sensibilisierung aller Projektbeteiligten 

Eine einfache Regel gilt dabei besonders: Eine saubere Baustelle ist die wirksamste Prävention. 

Genau hier kommt eine vorausschauende Baulogistik ins Spiel, die klare Abläufe und Verantwortlichkeiten schafft. Dadurch sinkt das Risiko, dass sich Tiere auf der Baustelle ansiedeln. Entscheidend dabei ist nicht die einzelne Maßnahme, sondern eine übergeordnete Steuerung und das Zusammenspiel aller Prozesse: Erst wenn Entsorgungslogistik, Flächenmanagement und die Abstimmung zwischen den Gewerken ineinandergreifen, lassen sich Tieraktivitäten nachhaltig vermeiden. 

Fazit
Wo Nahrung, Rückzugsorte oder organisatorische Schwachstellen vorhanden sind, finden Tiere günstige Bedingungen vor. Wer diese Ursachen frühzeitig erkennt und vermeidet, sorgt nicht nur für einen reibungslosen Bauablauf, sondern schützt gleichzeitig Mensch, Tier und Umwelt. 

Sie möchten Risiken auf Ihrer Baustelle minimieren und Prozesse effizient gestalten? Sprechen Sie uns an – gerne beraten wir Sie persönlich.

KONTAKT