Tauben, Ratten, Füchse oder in Einzelfällen sogar Wildschweine finden auf Baustellen vor allem dort günstige Bedingungen vor, wo Ordnung und klare Abläufe fehlen. Dazu zählen unter anderem:
Tieraktivitäten sind deshalb weit mehr als ein Randthema. Sie können den Baustellenbetrieb unmittelbar beeinflussen und aufzeigen, dass organisatorische Abläufe verbessert werden sollten. Verunreinigungen, beschädigte Materialien, zusätzlicher Abstimmungsbedarf mit Behörden oder im Extremfall auch Einschränkungen im Bauablauf durch artenschutzrechtliche Vorgaben sind nur einige Beispiele.
In der Praxis beginnt dies oft unscheinbar. Meist sind es zunächst Vögel wie Krähen oder Raben, die auf der Suche nach Nahrung offene Müllsäcke, ungesicherte Container oder Essensreste entdecken. Werden solche Nahrungsquellen nicht konsequent beseitigt, folgen später häufig Nager und schließlich deren natürliche Fressfeinde wie Füchse. So kann aus einer kleinen Unachtsamkeit schnell ein größeres organisatorisches und hygienisches Problem werden.
Was tun bei Tieraktivitäten auf der Baustelle?
Werden Tiere oder entsprechende Hinweise festgestellt, ist eine strukturierte Herangehensweise entscheidend. Dazu gehören folgende Schritte:
Folgendes Praxisbeispiel zeigt, wie wichtig ein vorausschauender Umgang mit solchen Situationen ist: bei der Errichtung eines Bürokomplexes in der Münchner Innenstadt wurden während der Bau-ausführung Füchse auf dem Baufeld festgestellt. Bevor ein Doppelboden geschlossen werden konnte, musste zunächst sichergestellt werden, dass die Tiere den betroffenen Bereich verlassen haben. Dank der engen Abstimmung aller Beteiligten und einer angepassten Bauablaufplanung musste der Schließtermin des Doppelbodens lediglich um zwei Tage verschoben werden. Das Beispiel verdeutlicht, dass Tieraktivitäten nicht zwangsläufig zu größeren Verzögerungen führen müssen – vorausgesetzt, sie werden frühzeitig erkannt und professionell koordiniert.
Vorbeugen statt eingreifen
Das richtige Vorgehen im Ernstfall ist jedoch nur ein Teil der Lösung. Entscheidend ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Tieraktivitäten bereits im Vorfeld verhindern. Folgende Ansätze haben sich hierbei bewährt:
Eine einfache Regel gilt dabei besonders: Eine saubere Baustelle ist die wirksamste Prävention.
Genau hier kommt eine vorausschauende Baulogistik ins Spiel, die klare Abläufe und Verantwortlichkeiten schafft. Dadurch sinkt das Risiko, dass sich Tiere auf der Baustelle ansiedeln. Entscheidend dabei ist nicht die einzelne Maßnahme, sondern eine übergeordnete Steuerung und das Zusammenspiel aller Prozesse: Erst wenn Entsorgungslogistik, Flächenmanagement und die Abstimmung zwischen den Gewerken ineinandergreifen, lassen sich Tieraktivitäten nachhaltig vermeiden.
Fazit
Wo Nahrung, Rückzugsorte oder organisatorische Schwachstellen vorhanden sind, finden Tiere günstige Bedingungen vor. Wer diese Ursachen frühzeitig erkennt und vermeidet, sorgt nicht nur für einen reibungslosen Bauablauf, sondern schützt gleichzeitig Mensch, Tier und Umwelt.
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